Echte Beziehungen statt Familienperfektion (mit Dr. Prof. Helen Knauf)
Shownotes
In dieser Folge spricht Jule mit Prof. Dr. Helen Knauf von der Hochschule Bielefeld über frühe Bildung, Familienalltag und den enormen Druck, den viele Eltern heute spüren.
Warum beginnt MINT-Bildung schon weit vor der Schule? Weshalb lernen Kinder oft ganz nebenbei im Alltag? Und warum müssen Eltern dafür weder teure Experimentierkästen kaufen noch ständig pädagogische Angebote vorbereiten?
Außerdem geht es um Social Media und den unterschwelligen Vergleichsdruck, der besonders auf Müttern lastet. Gemeinsam sprechen die beiden darüber, warum Instagram oft mehr Stress als Hilfe ist, weshalb „perfekte Elternschaft“ gar nicht das Ziel sein sollte und warum Kinder auch Frust, Konflikte und echte Emotionen erleben dürfen.
Eine ehrliche, entspannte und gleichzeitig sehr spannende Folge über das Familienleben zwischen Förderanspruch, Alltagschaos und dem Versuch, einfach gut genug zu sein.
Themen der Folge: • frühe MINT-Bildung im Alltag • Lernen durch Erfahrungen • warum Kinder keine perfekten Eltern brauchen • Social Media & Eltern-Druck • Bedürfnisorientierung und ihre Grenzen • Resilienz und Frustrationstoleranz • Familienleben ohne Perfektionsanspruch
Ausflugstipp der Folge: Die Ausstellung „Familiensache – Leben zwischen Ideal und Alltag“ im Historischen Museum Bielefeld.
Transkript anzeigen
00:00:00: Diese Folge wird euch präsentiert von der Volksbank in Ostwestfalen.
00:00:15: Hallo und herzlich willkommen zurück zu unserem Familien-Podcast aus Bielefeld.
00:00:19: Stadtland Familie, ich bin Jule vom Tippsverlag Und ihr wisst ja hier erwarten euch alle zwei Wochen spannende Themen die Familien bewegen.
00:00:29: Wir sprechen über Familienalltag, Dinge, die den Alltag vielleicht leichter machen.
00:00:33: Über Themen, die Familien beschäftigen und haben auch immer schöne Orte und spannende Angebote für Kinder dabei.
00:00:42: Und natürlich gibt es alle zwei Wochen auch spannende Gäste mit tollen Geschichten.
00:00:48: So einen Gast habe ich heute wieder bei mir.
00:00:51: Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit Kindern Bildung Medien- und Familienleben.
00:00:56: Sie hat in Bielefeld studiert promoviert und habilitiert, war viele Jahre Professorin für frühkindliche Bildung an der Hochschule Fulda.
00:01:04: Und ist heute Professoren für Bildung und Sozialisation im Kindesalter in der Hoch-Schule
00:01:09: Bielefeld.".
00:01:11: Sie zeigt mir den Daumen!
00:01:11: Es scheint alles richtig gewesen zu sein.
00:01:14: Also eine echte Expertin in ihrem Fach.
00:01:17: Ich bin froh dass wir schon beim Du angekommen sind.
00:01:19: ich begrüße Prof.
00:01:21: Dr.
00:01:21: Helen Knauf.
00:01:23: Ja, vielen Dank für die Grüße, Mule.
00:01:25: Ich hoffe ich habe jetzt noch nicht zu viel vorweggenommen.
00:01:28: Magst du dich trotzdem einmal kurz vorstellen?
00:01:30: Ja gerne!
00:01:31: Also vielleicht ergänzen zu dem... Zu den Hard Facts, die du gerade schon vorgestellt hast beschäftige ich mich in Forschung und leere vor allem mit der frühen Kindheit also mit der Frage wie Kinder in den ersten Lebensjahren aufwachsen, wie sie lernen, wie sich ihre Welt erschließen.
00:01:45: das sind die Fragen die mich beschäftigen und besonders interessiert mich wie Bildung im Alltag aussieht.
00:01:50: Nicht so eine organisierte Bildung sondern was die Kinder tatsächlich in Familien, in Kitas und Spielsituationen so tun.
00:01:57: Genau!
00:01:58: So alles, was vor der Schule noch passiert.
00:02:00: Genau das ist mein
00:02:01: Foto.
00:02:01: Ganz ernst in die Bildung geht.
00:02:03: Ach, ernst ist sie immer schon?
00:02:04: Nein.
00:02:05: Das
00:02:05: Leben ist ernst.
00:02:07: Ich würde auch sagen wir haben so viele spannende Themen dass wir uns den Softeneinstieg sparen und einfach direkt reingehen.
00:02:15: Du hast gesagt MIND-Bildung, früher frühkindliche MIND Bildung ein ganz großes Thema für dich ist.
00:02:22: MIND bedeutet ja ... Ich muss das tatsächlich noch mal nachkommen.
00:02:26: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
00:02:29: Richtig?
00:02:30: So ist es!
00:02:32: Und ich glaube viele Eltern verbinden damit dass das eben genau erst in der Schule oder vielleicht sogar als in der weiterführende Schule würde ich sagen los geht.
00:02:42: aber du sagst so ist es nicht
00:02:44: Genau, genau.
00:02:45: Denn also die Idee ist eben jetzt nicht irgendwie Schule vorzuverlegen oder dass Kinder schon auf schulische Art mit diesem Themen in Berührung kommen sondern... Also Kinder sollen jetzt nicht formeln lernen oder irgendwie rechnen lernen Sondern es geht eben um so eine alltags integrierte Unterstützung von Mindbildung vom mathematischen Denken vom naturwissenschaftlichen Denken.
00:03:10: und das passiert eben schon bei alltäglichen Dingen wie dem Matschen mit Wasser beim Bauen mit Klötzen, beim Sortieren von Steinen oder wenn Kinder Tiere beobachten.
00:03:19: Oder eben auch bei so einfachen Fragen wie warum schwimmt jetzt das eine Ding und das andere geht unter?
00:03:24: Und das Tolle ist eben dass man bei Kindern auf ihre natürliche Eigenschaften zurück... kommen kann oder auf den aufbauen kann.
00:03:32: Denn Kinder sind ja total neugierig und wollen die Welt verstehen, stellen Fragen oder bilden zumindest Vermutungen und teilen sie uns eben oft auch mit, probieren was aus beobachten all diese Dinge.
00:03:44: Und da wollen wir anknüpfen mit der frühen Mind-Bildung.
00:03:47: und denn weil da eben schon so viel mathematisches naturwissenschaftliches informatisches Wissen drinsteckt oder denken eben auch... Also das spielt eben eine ganz große Rolle, weil das auch dann nicht in der Grundschule beginnt.
00:03:59: Sondern jeder, der kleine Kinder hat weiß...
00:04:04: Schon
00:04:04: vorher neugierig!
00:04:05: Die untersuchen schon das Lichtspiel wenn sie in der Wiege liegen oder gucken wie ihre Finger schatten werfen all diese Dinge.
00:04:13: Das fängt eben ganz früh an und Bei der frühen Mind-Bildung geht es eigentlich um zwei Sachen.
00:04:19: Das eine ist Kinder sollen natürlich schon Anfang Wissen aufzubauen und Dinge lernen über Naturwissenschaft, Technik, Informatik und Mathematik aber sie sollen auch die Erfahrung machen dass sie kompetent sind in dem Bereich das Sie eine Person sind die Fragen stellt die sich interessiert und das ist letztlich eine gute Voraussetzung dann später auch für die schulische Bildung in diesem Bereich.
00:04:44: also es geht gar nicht so sehr um das Wissen sondern eher das, was wir selbst Konzept nennen.
00:04:48: Also die Überzeugung, selbst jemand zu sein der Dinge erforscht und untersucht.
00:04:53: Und deswegen ist es auch so früh damit, früh anzufangen?
00:04:57: Ja!
00:04:57: Und eben nicht erst ab der Grundschule?
00:05:00: Genau weil diese Überzeugungen von sich selbst, diese Vorstellungen, was man für eine Person isst werden ja in den ersten Lebensjahren aufgebaut ganz genau.
00:05:09: Verstehe.
00:05:11: Du hast jetzt schon gesagt, man braucht nicht unbedingt... den Experimentierkasten zu Hause.
00:05:17: Du musst zwei Stunden einkaufen, zwei Stunden vorbereiten, zwanzig Sekunden experimentieren und dann weitere zwei Stunden aufräumen.
00:05:26: so kommt es einem ja manchmal vor sondern das ist damit eigentlich gar nicht gemeint.
00:05:29: Ne genau!
00:05:30: Es geht eben nicht um Experimentierkästen oder irgendwelche aufwendigen Materialien, sondern die Idee diese Mint-Themen Teil unseres Alltags sind, also auch deines und meines Alltages.
00:05:42: Wir haben eigentlich ständig damit zu tun und für Kinder reicht ein Sandkasten oder ein Glas Wasser oder einen Blattkäfer oder eben die berühmten Bauklötze.
00:05:54: Also wichtig ist hier sich noch mal klarzumachen, wie funktioniert Lernen in der frühen Kindheit eigentlich?
00:06:00: Und das ist schon anders als in späteren Lebensphasen.
00:06:04: Lernen basiert auf Erfahrung und wir nennen das Erfahrungslernen und deswegen ist es so wichtig an dem anzuknüpfen was Kinder im Alltag einfach machen.
00:06:13: Was sie tun, was sie erleben, was die beobachten und daraus Bildungssituation zu entwickeln ohne jetzt mit dem pädagogischen Zeigelfinger zu kommen sondern eben mit Kindern ins Gespräch zu kommen.
00:06:26: Ich verstehe.
00:06:28: Und da ist das Motto auch eher einfach mal machen lassen oder dann muss ich ja nicht daneben sitzen und erklären,
00:06:34: dieses
00:06:35: Schiff geht jetzt unterweil und dieses Schifff geht nicht unter im Wasser weil... Wahrscheinlich komme ich bei manchen Dingen sogar selbst in Erklärungsnote.
00:06:44: Ja,
00:06:44: absolut genau und ich glaube das ist auch der Grund warum viele Erwachsene vor diesen Themen zurückschrecken weil sie denken, ich kann das selbst eigentlich gar nicht so erklären.
00:06:52: Und dass es gar nicht die Aufgabe, die wir als Erwachsen haben sondern eher zu sagen also wenn wir jetzt beim Schiff Beispiel stellen wir uns eine Situation in der Badewanne vielleicht vor und verschiedene Schwimntiere sind da unterwegs aber auch irgendwie ne Muschel.
00:07:07: Die Muscheln geht unter und das Kind plant gemütlich rum und fragt sich ja, warum geht die jetzt ohne Schwimmti nicht?
00:07:13: Und dann könnte man mit dem Kind überlegen, warum das so ist.
00:07:18: Also das Kind könnte einfach Hypothesen aufbauen und könnte vielleicht auch versuchen ... nicht senkrecht ins Wasser fallen zu lassen, sondern mit der Hohenseite nach oben.
00:07:30: Und vielleicht schwimmt sie dann ja?
00:07:31: Also dazu könnte man das Kind anregen.
00:07:35: Aber dazu muss man selber eben auch beobachten und mit dem Kind experimentieren und diese Dinge ausprobieren.
00:07:42: Und dann ins Gespräch kommen und vielleicht fragen was glaubst du, warum ist das so?
00:07:46: oder was könnte man machen?
00:07:47: oder wie viele Klötze muss ich jetzt in das Schiff legen damit es so lange noch hält oder bis es untergeht?
00:07:55: Über dieses Experimentieren entstehen dann Hypothesen und Vorstellungen davon, wie in dem Fall jetzt die physikalische Welt funktioniert.
00:08:03: Da bin ich ja schon mal beruhigt.
00:08:04: Ja!
00:08:05: Keine großen Experimente vorbereiten muss zu Hause?
00:08:09: Nein, das ist auch ein Problem, dass immer die Anforderung an Eltern immer höher sind und genau das soll eigentlich hier nicht passieren.
00:08:18: Eltern sollen eigentlich eher angericht werden, mit ihren Kindern ins Gespräch zu kommen und ja in diesem Austausch entsteht letztlich Bildung.
00:08:27: Hast du da noch ein paar Beispiele wie man es sich vielleicht im Alltag einfach mal leicht machen kann?
00:08:33: Und sagen können wir experimentieren da jetzt quasi was aber halt ohne den großen Aufwand.
00:08:40: Ja, ich glaube das Wichtigste ist erstmal eine Idee davon zu haben und ich glaube jede Mutter jeder Vater der sein Kind ihr Kind beobachtet hat direkt ne Situationen, was Kinder gerade besonders gerne spielen!
00:08:51: Und es gibt sicherlich Phasen wo Kinder gerne mit Bällen oder Autos zum Beispiel spielen und hier könnte man zum Beispiel Man hat natürlich vielleicht zu Hause oder irgendwo anders den üblichen Straßenteppich, auf dem die Kinder rumfahren.
00:09:06: Man könnte aber auch ein größeres Küchenbrett oder etwas Längeres mal zur Verfügung stellen und das als eine Rampe aufbauen, die schräg im Raum steht also auf einer Treppenstufe oder einem Stuhl oder so.
00:09:20: Und dann könnte man verschiedene Dinge runterkühlen lassen.
00:09:23: Also das Auto, den kleinen Ball, den großen Ball, der schweren Ball, mit dem Kind überlegen, warum ist das jetzt schneller?
00:09:30: Oder so ein Wettrennenveranstalt zwischen verschiedenen Autos.
00:09:34: oder die Neigung der Rampe verändern.
00:09:38: Und das Kind anregen, unterschiedliche Rahmenbedingungen auch zu schaffen.
00:09:43: und welches Auto ist schneller?
00:09:44: Welches kullert weiter darüber nachzudenken?
00:09:47: Und Ziel ist jetzt gar nicht dass das Kind jetzt dann einen leerbuchartigen Satz am Ende rausfindet, das Schwere rollt schneller oder so sondern diese Experimentalhaltung, das ist eigentlich das Entscheidende.
00:10:01: Sie müssen es ja auch nicht in meinen Worte
00:10:02: fassen.
00:10:02: also ich
00:10:03: glaube Gerade Kinder nehmen ja total viel mit, was man in dem Moment, wo man es macht gar nicht merkt.
00:10:11: Aber wenn man dann plötzlich zwei, drei, vier Wochen später in einer ähnlichen Situation ist ... Dann sagt das Kind schon, hier, Mama, brauchst du gleich probieren?
00:10:20: Der schwere Ball rollt da eh nicht runter.
00:10:22: und dann denkt man sich, huch!
00:10:24: Ja, hat er das denn jetzt her?
00:10:25: Genau.
00:10:26: Also ich verstehe also... Das ist eigentlich einfach Das in den Alltag.
00:10:31: Der Alltag ist eigentlich genug, wenn man noch ein bisschen mit Fingerspitzen gefühlt.
00:10:36: paar verschiedene Materialien oder Gewichte.
00:10:39: Oder das vorhandene einfach nutzt und neu kombiniert, genau!
00:10:44: Und ich glaube es ist eher so ein Mindset dass man für diese Sachen aufmerksam wird was Kinder ja im naturwissenschaftlich technisch- mathematischen informatischen Bereich interessiert.
00:10:56: Genau!
00:10:57: Das ist mehr so einen Umschalten im Kopf als dass man jetzt irgendwie große Anschaffungen macht oder sagt jetzt haben wir die Minzei zu Hause... gar nicht, sondern es braucht eben ja eine Anschlüsse an den Alltag.
00:11:11: Also ganz den Druck rausnehmen und dann auch darauf achten was die Kinder gerade wirklich interessiert weil ich brauche ja nicht mit Zahlen kommen oder mit Insekten wenn das einfach grad überhaupt nicht angesagt ist, sondern wirklich einfach das nutzen wo man weiß da haben sie auch wirklich Bock drauf und haben auch gar nicht das Gefühl dass man ihnen jetzt irgendwas vermitteln will.
00:11:32: Ja, darum genau!
00:11:34: Das ist ja gar nicht das Entscheidende und wir kennen alle als Eltern diese Situation.
00:11:39: Man hat sich etwas Tolles überlegt vielleicht ein tolles Bastelprojekt und hat alles dafür besorgt war groß einkaufen und denkt jetzt oh die Kinder haben total Lust das mit mir zu basteln.
00:11:49: aber leider nein.
00:11:52: Da kann ich ein ganz langes Lied von singen.
00:11:54: also meine Kinder wollen per se aktuell nicht Was ich möchte, egal wie cool es ist.
00:12:00: Wenn wir was Cooles basteln, dann nein!
00:12:02: Dann wollen sie was Eigenes bastelen.
00:12:03: und wenn ich was aufbaue, dann wollen sie etwas Eigenes aufbauen.
00:12:07: Kinder wollen halt mittun mit den Erwachsenen.
00:12:10: Und wenn du jetzt vielleicht was backen würdest, weil du halt backen willst ... Dann wollen Sie vielleicht mitmachen, das ist ja eine erwachsene Tätigkeit.
00:12:17: Es gibt auch diese Phase, wo die Kinder die Sachen machen wollen, die Erwachsene machen.
00:12:22: Aber sie haben schon Fingerspitzengefühl dafür, wann's eigentlich nicht geht?
00:12:28: Man ist jetzt ganz schnell der Kuchen in den Ofen.
00:12:31: Aber naja, man kommt irgendwie zurück.
00:12:34: Natürlich!
00:12:35: Aber ich sehe schon es gibt genug Situation im Alltag wo man das eigentlich einbringen kann?
00:12:40: Ja genau und... Dafür muss man halt sensibel werden und dann auch das Gespräch suchen.
00:12:45: Du hast jetzt eben gesagt, man muss das nicht immer aussprechen.
00:12:48: meine Kolleginnen aus der Sprachbildung würden jetzt sagen doch dass ist wichtig, dass die Erwachsenen es vielleicht auch verbalisieren also in Worte fassen für das Kind vielleicht stellvertretend Weil sich alle Bildungsbereiche ja auch miteinander verknüpfen.
00:13:02: Ja, natürlich!
00:13:02: Mit Bildung
00:13:03: steht nicht alleine sondern ist eben aus Sprache und durch Sprache bleiben Dinge auch noch mal anders im Gedächtnis.
00:13:09: aber du hast natürlich recht man muss auch nicht ständig irgendwie so pädagogisch durch die Welt rennen das wäre ja auch schrecklich.
00:13:16: ich glaube es ist mehr so eine Art miteinander umzugehen die dann entsteht.
00:13:20: Ja stimmt eigentlich habe ich auch gar keine Ahnung.
00:13:22: ihr müsst auf das hören was Hellens?
00:13:25: Nein ich glaube die Alltagserfahrungen als Eltern Das ist nicht keine Ahnung, sondern... Nein
00:13:31: aber ich merke grad du hast schon recht.
00:13:32: Natürlich muss man es irgendwie ausformulieren.
00:13:34: Also das ist schon wichtig!
00:13:36: Ja und man kann es auch mal nebenbei machen.
00:13:39: Es
00:13:39: passiert am Ende ja auch
00:13:40: irgendwie.
00:13:40: Und man muss dann ja nicht mit dem Merksatz am Ende und übrigens jetzt hast Du gelernt dass wir hier total künstlich
00:13:46: sind.
00:13:47: Ja und die Moral von der Geschichte.
00:13:48: Genau
00:13:49: also das wollen wir ja nicht.
00:13:51: Was sagst?
00:13:52: Von welcher Alltagsgruppe sprechen wir jetzt eigentlich?
00:13:55: Ja, im Grunde genommen sprechen wir von der Geburt bis zur Einschulung.
00:14:00: Das ist mein Fokus.
00:14:01: aber ich glaube viele dieser Ideen und dieses Erfahrungslernen das ist nichts was dann mit der Einschule oder mit dem sechsten Geburtstag zu Ende geht sondern Erfahrungslerne ist auch für dich und mich immer noch wichtig und das bleibt wichtig und es interessiert auch Kinder im Grundschulalter natürlich noch
00:14:19: ja okay aber eigentlich kann man sobald sich Kinder Materialien interessieren,
00:14:27: im Kleinen damit auslegen.
00:14:30: So würde ich das sagen genau und also bei ganz jungen Kindern geht es dann vielleicht um Materialität, um Weich-und-Rat und rau und anschmiegsam um diese Fragen, also um die sinnliche Wahrnehmung geht's eigentlich immer, die das Erfahrungslernen eben anregt?
00:14:46: Ich verstehe was man da glaube ich auch noch sagen muss, dass ist kein Druck für die Eltern.
00:14:52: Das ist ja nicht so, dass man sagt Ihr müsst das machen.
00:14:54: Und wenn die das nicht machen, werden sie in der Grundschule in Mathe direkt komplett versagen.
00:14:59: So ist es überhaupt nicht!
00:15:01: Genau, sondern es baut eigentlich auf dem Wunsch vieler Eltern an, die Kinder zu fördern.
00:15:06: und aber an der Stelle möchte ich halt den Druck rausnehmen, dass man jetzt denkt, man muss irgendein Programm durchziehen oder?
00:15:13: Genau,
00:15:13: Mittwoch, sechszehn Uhr.
00:15:14: Ja, schnell.
00:15:16: Genau, als letztlich.
00:15:18: Sondern diese kleinen Momente und das kann ja auch manchmal eine Neunzig Sekundensequenz sein, sondern es muss ja gar nicht die große Rampe sein, man beobachtet vielleicht was in der Natur oder es regnet draußen und man überlegt kurz woher kommt der Regen eigentlich?
00:15:34: Oder das Kind fragt das und dann kommt man im Gespräch und ist halt wieder vorbei.
00:15:39: also
00:15:40: so Ja ich verstehe Also Macht euch keinen Stress.
00:15:44: Genau, da sind wir eigentlich auch schon fast bei dem nächsten Thema.
00:15:47: Wir machen aber gerade einmal eine kleine Pause und gleich geht es weiter mit genau diesem Thema das Eltern immer viel mehr Druck empfinden und wo das eigentlich herkommt.
00:15:59: bis gleich Weiter geht's wie versprochen mit dem Thema Druck Aber nicht auf die Kinder sondern vielmehr auf die Mütter, Väter und Eltern.
00:16:08: Und dazu hast du vor ein paar Jahren geforscht.
00:16:12: richtig Ist schon ein paar Jahre her, magst du einmal kurz erzählen?
00:16:15: Ja sehr gerne.
00:16:16: Also wenn man... Als ich anfing, mich mit diesem Thema zu befassen waren Blogs und Instagram für viele Mütter eben auch Orte des Austaus.
00:16:27: Das war damals eigentlich der Anlass dass sich dachte da entsteht irgendwie eine stärkende ressourcenreiche Umgebung wo sich Müttern die nach der Geburt insbesondere das ersten Kindes sich oft in den völlig neue Lebensphase katapultiert fühlen wo sie sich verbinden können mit anderen.
00:16:46: man konnte Erfahrungen teilen sich wiedererkennen und merken, ich bin eben nicht allein.
00:16:50: Auch mit meiner Überforderung, Überlastung, Unsicherheit usw.
00:16:53: Da war noch ein Mehrwert?
00:16:55: Da war ein Mehrwerk!
00:16:56: Genau.
00:16:57: Und ich denke aber, dass sich das in den letzten Jahren stark verändert hat, dass das Internet und insbesondere auch Instagram und in der Folge TikTok
00:17:08: usw.,
00:17:09: haben sich eben stark professionalisiert.
00:17:13: Oft wird da eben nicht nur Alltag gezeigt von den sogenannten Sondern häufig sorgfältig kuratierte, estetisierte Bilder.
00:17:23: Wo alles total schön aussieht.
00:17:25: Wo die Menschen schön sind in enorm schönen Körpern.
00:17:28: Bestens geschminkt-schicke Kleidung dran.
00:17:30: Alle Kinder
00:17:31: sind hübsch sauber, meckern fast nie...
00:17:35: Sind glücklich!
00:17:36: ...sind glücklich und machen den ganzen Tag ganz pädagogisch wertvolle Sachen.
00:17:40: Absolut vernünftig.
00:17:41: Die spielen mit selbst gebastelt nach Knete.
00:17:45: Die Brotdose ist ganz hübsch und die Wohnung ist schön.
00:17:48: Und die Wäsche ist gemacht, alles ist geputzt natürlich.
00:17:52: Logisch!
00:17:53: Immer aufgeräumt?
00:17:54: Ja genau.
00:17:55: Das meinst du?
00:17:56: Und alle sind harmonisch und lieb miteinander.
00:17:58: Genau das ist ein Bild dass wir leider häufig sehen.
00:18:01: und dann gibt es manchmal irgendwie so... würde ich mal sagen, so Pseudo-Unordnung oder Pseudokonflikte, die thematisiert werden.
00:18:08: Hier ist meine Abstellkammer.
00:18:09: Guck mal, wie es hier
00:18:10: aussieht!
00:18:11: Ups, da die Grußschublade ...
00:18:13: Das sieht mein ganzes Haus aus
00:18:15: und leider immer nicht nur heute genau.
00:18:18: Und das kann natürlich irgendwie auch inspirierend sein und anringen.
00:18:22: Man kann vielleicht denken oh ja, die Klamotte kann ich mir auch kaufen?
00:18:25: Oder so könnte ich meinen Wohnzimmer auch einrichten und das könnte ich auch mit meinen Kindern machen.
00:18:28: aber vor allem macht's eben Druck
00:18:31: unterbewusst.
00:18:32: Ja, genau.
00:18:33: Also ich glaub für viele?
00:18:35: Für viele denken an der Oberfläche ...
00:18:37: Ich hol mir da Tipps und Tricks und guck mal wie es woanders läuft.
00:18:41: Das macht die Mama vielleicht ganz cool mit ihren Kindern aus.
00:18:46: Aber am Ende macht das unterschwellig viel Druck weil man denkt so müsste es bei einem zu Hause auch
00:18:53: aussehen.
00:18:54: Es wird ein Standard entwickelt.
00:18:57: Und dieser Druck lastet eben tatsächlich vor allem auf den Müttern.
00:19:02: Weil Mutterschaft, also das ist ja nichts Neues.
00:19:04: Dass es moralisch so aufgeladen ist, dass man irgendwie von Müttern besonders viel erwartet.
00:19:12: An Mütter werden Fragen gerichtet wie machst du das richtig?
00:19:16: Stillt sie geht sie arbeiten?
00:19:18: Wie viel Arbeit.
00:19:20: Ich glaube, die Hörerinnen und Hörern kennen das Phänomen.
00:19:23: Dass bei Müttern eben immer besonders nachgefragt wird.
00:19:26: Und wenn dann noch dauernd Bilder von perfekten liebevollen Kreativen und dabei noch total entspannten Mütter auf einen einprasseln, dann entsteht eben schnell so ein permanentes schlechtes Gewissen.
00:19:37: Auch das gab es früher schon.
00:19:40: aber in der Forschung, die ich gemacht habe konnte ich zeigen wie einheitlich diese Bilder auch sind.
00:19:46: also ... Die eine ist blond und die andere vielleicht braunhaarig.
00:19:52: Aber sonst ist es relativ wenig Heterogen.
00:19:57: Es ist immer das gleiche Muster?
00:19:59: Ja, so gibt's eigentlich gar keine Vielfalt, sondern die Mutter ist dadurch eine gute Mutter, dass sie diesem Bild entspricht was sehr normiert ist und sehr einheitlich.
00:20:11: Und deswegen würde ich es total wichtig finden, noch mal stärker darüber zu sprechen.
00:20:16: Was ist eigentlich gut genug?
00:20:18: Im Englischen sagt man die gute Nafmutter was sich ein total hilfreichen Begriff finde also eine Mutter, die eben nicht perfekt ist und Ihre Rolle vor allem darin besteht jetzt nicht, ständig zugewandt zu sein und auf alles einzugehen.
00:20:35: Sondern jemand der verlässlich ist, der Fehler macht und trotzdem aber immer wieder Beziehung herstellt zu den Kindern.
00:20:44: Und gute Eltern schafft es eben ... Nicht hochglanz!
00:20:48: Sondern im Grunde das Gegenteil, ne?
00:20:51: Am Ende, mir fallen da erst grad zwei Punkte ein.
00:20:54: Zum einen ist es glaub ich Du kannst mich jederzeit korrigieren, wenn ich jetzt Quatsch erzähle.
00:21:00: Total schwierig für sich selbst zu erkennen dass ein das unter Druck setzt.
00:21:04: Also man denkt wirklich immer an diese Tipps und Tricks und die hat... Die macht ihren Kindern das erste Beikostessen.
00:21:10: und wie funktioniert das?
00:21:11: Und hier und da!
00:21:12: Ich glaube wirklich, dass es super, super schwierig ist.
00:21:15: Das merke ich auch an mir selbst.
00:21:16: Zu unterscheiden bis wann tut es mir gut Und ab wann wird es eigentlich eine unterschwellige Drucksituation, in der ich immer wieder denke das müsste ich auch so machen.
00:21:26: Das formuliert man vielleicht im Kopf nicht so aus aber ich glaube ist passiert unterschwällig und ich muss da gerade einmal den kleinen Tipp los werden was ich vor kurzem gemacht habe.
00:21:36: Ich bin meinen Instagram-Account durchgegangen und habe wirklich an einem Abend an dem mich entspannt war wirklich überlegt.
00:21:45: Bei jedem professionellen Influencer, nicht bei Freunden.
00:21:50: Bei den Marmfluencern insbesondere ... Wer von denen tut mir wirklich gut?
00:21:55: Und wer setzt mich eigentlich unterschwellig unter Druck und habe da einfach mal alles rausgeschmissen?
00:22:01: Das fällt einem viel schwerer als man denkt!
00:22:04: Jetzt, wo sie aber alle weg sind, fehlt mir ja gar nix.
00:22:07: Also, ich schaff trotzdem meinen Kindern Essen zu machen.
00:22:09: Wir gehen trotzdem raus und haben ab und zu eine gute Zeit manchmal auch ein schwieriger.
00:22:14: Aber es klappt ja auch so man braucht das alles nicht.
00:22:18: Und wenn man wirklich mal was braucht dann macht man Google auf oder holt sich ein Buch meine Pflegen.
00:22:24: Oder je nachdem wie man tickt.
00:22:26: aber es gibt ja auch noch andere Wege sich gezielt zu informieren ohne sich dabei diese Dauerbelastung eines Influencers draufzuschaufeln.
00:22:35: Ich kann das an dieser Stelle wirklich nur jedem empfehlen.
00:22:37: Geht da mal durch und fühlt kurz in euch rein, was setzt euch unter Druck?
00:22:42: Warum folgt ihr dem überhaupt?
00:22:45: Und wenn ihr nur ansatzweise das Gefühl habt ... Stimmt, bei der ist es immer sauber.
00:22:50: Die hat immer so hübsche Kleidung für ihre Jungs.
00:22:53: Weg damit!
00:22:55: Wirklich, ich weiß auch, dass die Influencer's gar nicht böse meinen.
00:23:00: Das ist ja deren Job und sie wollen einem Tipps geben.
00:23:03: Es entsteht halt... auf einer anderen Ebene.
00:23:06: Und es geht manchmal einfach nicht einher, und dann muss man sich mal
00:23:10: trennen.".
00:23:11: Absolut!
00:23:12: Also das was du jetzt so als intuitive Entscheidung die du dann irgendwann mal getroffen hast beschreibst, dass wird auch durch die Forschung erhärtet.
00:23:21: also Es gibt auch Studien, die sich damit befassen.
00:23:24: Was macht Social Media mit Menschen?
00:23:26: Zum Beispiel im Bereich
00:23:29: Essstörungen
00:23:30: Gibt's da sehr viele Studien zu wo geguckt wurde wie folgen die Personen und was macht das mit denen?
00:23:39: Und dann wurden sie befragt, wenn du jetzt eine halbe Stunde durchgescrollt hast.
00:23:44: Wie fühlst
00:23:45: du dich da
00:23:46: an?
00:23:47: Da gibt es eben große Unterschiede!
00:23:48: Es gibt schon auch welche, die bestärkt werden – das sind aber eher die, die dann Accounts folgen, wo vielleicht nicht alle super dünn sind.
00:23:57: Oder wo das nicht im Vordergrund steht, also Menschen dürfen ja dünnen sein.
00:24:01: Ich weiß was du
00:24:03: meinst.
00:24:04: Wo dieses Thema nicht so im Mittelpunkt steht und wo es vielleicht um andere persönliche Qualitäten gibt.
00:24:10: Das macht eben einen Unterschied.
00:24:13: wie bei
00:24:13: allem Medienkonsum ist auch beim Fernsehen so welche Serien ich gucke beeinflusst mich ja auch ob ich Fernsehen gucke oder nicht, sondern es kommt drauf an was sich genau kucke und so ist das eben auf Social Media auch.
00:24:29: Und deswegen finde ich den Tipp total wertvoll darauf noch mal zu achten und da drin steckt ja noch ein zweiter Tipp dass man vielleicht das nicht als einzige Informationsquelle nutzt sowie man ja auch ein KI-Chatbot nicht für alle Fragen benutzen würde.
00:24:45: Er kann mir vielleicht das Kilo-Programm in Bielefeld jetzt nicht so gut wiedergeben, wie wenn ich mal gucke, was im Cinemax und im Lichtwerk Bielefel läuft ... Da bin ich dann doch besser beraten, wenn ich so im Internet gucke.
00:25:00: Und ich glaube auf zwei Beinen steht man gut, sagt man ja.
00:25:05: Wenn's ums Schnaps trinken geht?
00:25:06: So ist es auch, wenn's um die Informationen geht.
00:25:10: Absolut!
00:25:11: Also, ja.
00:25:13: Ich glaube auch dass für viele wirklich dieser Punkt wichtig ist das zu erkennen weil man sich immer eigentlich eher gut beraten fühlt als unter Druck gesetzt.
00:25:22: und das ist glaub ich nicht so leicht für sich selbst zu reflektieren
00:25:26: Ja, das glaube ich auch und sich auch noch mal bewusst zu machen.
00:25:29: Also das ist ja auch der Unterschied zu dieser Frühphase von Instagram dass heute eben die Profis unterwegs sind...
00:25:37: Das ist deren Job!
00:25:39: Die verdient
00:25:40: dann haufe Kohle mit muss man noch sagen?
00:25:42: Genau
00:25:43: es ist deren Arbeit einfach.
00:25:44: und natürlich zeigen sie uns nicht ihr ihr authentisches Leben, es wirkt aber authentisch.
00:25:52: Und das ist ja das Gemeine daran, dass man dann denkt so ist das bei der?
00:25:56: Aber die wählt doch auch genau aus.
00:25:58: welche Situationen zeigt sie?
00:25:59: und möglicherweise hat das Kind beim Frühstück den Brei durch die Küche geworfen.
00:26:06: Das würde sie natürlich nicht zeigen wäre für das Kind ziemlich blöder also absolut.
00:26:10: Ist ja auch ein verantwortungsvoller Umgang aus ihrer Sicht sozusagen auf uns entsteht oder bei uns als Nutzerin entsteht der Eindruck, da läuft alles glatt.
00:26:21: Ja und was ich ja auch ganz erschreckend immer wieder finde ist wenn man dann mal jemanden hat, der vielleicht mal so einen echten Einblick zeigt, der dann vielleicht mal sagt so Ich habe jetzt hier mit Beikost angefangen und ich weiß eigentlich gar nicht wie das geht Und dass es alles ja total kompliziert.
00:26:37: und was muss ich denn jetzt machen?
00:26:38: Was dürfen die schon essen und was nicht?
00:26:40: Und das vielleicht auch wirklich in dem Moment Ernst meint, dann darf man sich die Kommentarspalte darunter aber auch nicht durchlesen.
00:26:47: Also das ist ja kurz vor ich rufe das Jugendamt an weil du nicht weißt wie du deine Kinder ernährst.
00:26:51: Ja also ich will die Medaille der jetzt nicht komplett umdrehen und die ganzen Influencern Schutz nehmen Aber Man kann an deren stelle ja auch gar nicht zeigen wenn man mal in Anführungszeichen versagt hat oder Mal was gemacht hat was vielleicht Nicht hochpädagogisch ist Weil da kommt dann ja eine flut insbesondere dieser Marmbubble, wo ich denke Leute ihr müsst euch irgendwie ein bisschen zusammenreißen.
00:27:17: Das sind alles Mütter und ihr wollt mir doch jetzt nicht erzählen dass ihr noch nie irgendwo mal ein Kind angeschrien habt oder mal nicht wusstet oder die man nur eine Woche Dinos und Pommes gegessen haben oder irgendwie sowas und das finde ich extrem erschreckend was da zum Teil los ist.
00:27:31: also
00:27:32: ja und man muss das System halt irgendwie auf die Art durchschauen und es als das nehmen was es ist.
00:27:38: Ich glaube, wenn man sehr viel darauf unterwegs ist, vergisst man diese Distanz,
00:27:44: die du
00:27:44: jetzt beschreibst.
00:27:45: Und sich ab und zu mal klarzumachen, boah was geht hier eigentlich ab?
00:27:48: Ich glaub das ist sehr nützlich!
00:27:51: Was mir dann noch einfällt ein weiterer Punkt den ich wichtig finde zu erwähnen ist dass man sicher bei Instagram und Co ganz viel vergleicht und dieser Vergleich ja eigentlich gar nicht möglich ist.
00:28:02: also selbst wenn ich mir jetzt eine Familie angucke Die haben auch Zwillinge Der Mann arbeitet Vollzeit, ich arbeite Halbtags und genau das gleiche Konstrukt sehe ich bei Instagram.
00:28:14: Kann man es ja trotzdem nicht vergleichen?
00:28:15: Es gibt so viele Stellschrauben die unterschiedlich sein können.
00:28:18: Bei den Kindern wie die drauf sind, was die essen gut schlecht ist, auch die Unterstützungssituation ist, ist Familienanschluss.
00:28:27: da kann man die Kinder mal irgendwo abgeben wenn's sein muss oder auch nicht gehen die in die Kita.
00:28:31: also es sind ja so viele Punkte und ich glaube dieses Vergleichen macht am Ende dann ja auch nochmal viel Schlimmer selbst, wenn man sich intuitiv natürlich Personen sucht die einem ähnlich sind.
00:28:44: Ich folge auch vielen Zwillingsmamas weil ich natürlich... das ist ein anderes Leben und wenn ich mich irgendwie vergleiche dann mit denen.
00:28:51: aber am Ende kann man es trotzdem nicht vergleichen und es ist schwierig sich nicht zu vergleichern wenn man's jeden Tag vor der Nase hat und immer wieder sieht
00:29:01: Ja, das ist eine große Gefahr.
00:29:03: Die Vergleichsmasse ist auf Social Media größer als im
00:29:08: persönlichen
00:29:08: Umfeld, selbst wenn du mit anderen Zwillingsmamas befreundet bist, mit denen du vielleicht im Geburtsvorbereitungsgurs warst oder so.
00:29:15: Aber trotzdem gibt's viel mehr und man sieht ja auch viel mehr den Inhalt, als wenn man sich mal am Sandkasten trifft.
00:29:22: Genau!
00:29:23: Und auch da gilt wieder ... Man merkt es nicht, es passiert einfach.
00:29:28: Man will sich nicht vergleichen?
00:29:30: Aber es passiert einfach.
00:29:31: Man kann sich davor, glaub ich nicht wirklich schützen außer man lässt das mit dem Instagram oder man ist wirklich sehr vorsichtig
00:29:39: so wie du's jetzt aber beschrieben hast indem man sich das bewusst macht.
00:29:43: Ich glaube dass ist schon ein guter Schutzmechanismus darüber nachzudenken und ab und zu sich mal klar zu machen?
00:29:49: Ja mit wem vergleiche ich mich ja eigentlich?
00:29:51: Und was präsentieren die mir da?
00:29:55: Real life und was es irgendwie auch sorgfältig ausgewählt.
00:29:59: Und mir präsentiert worden.
00:30:01: Also, es geht immer darum sich das bewusst zu machen, was da passiert?
00:30:04: Wie diese ganze Maschinerie Instagram und Co.
00:30:07: eigentlich funktioniert... Ja!
00:30:08: Es ist ein System und sich darüber bewusst zu werden, ist glaube ich schon ein guter Schritt in die richtige Richtung.
00:30:15: Was würdest du sonst sagen?
00:30:16: Was ist dein Tipp wie man erschafft sich dadurch
00:30:20: nicht
00:30:21: unter Druck setzen zu lassen, wie man nicht den ganzen Tag denkt.
00:30:23: Ich muss gesundes Essen, ich muss mit den Kindern raus, aber auch mit den Kinder drinnen Mind-Bildung machen ... Ja!
00:30:31: Ich muss, weil mir das von außen alles so vorgelebt wird, dass sich viel muss.
00:30:36: Wie kommt man aus diesem Rad irgendwie raus?
00:30:39: Ich glaube es ist ganz nützlich wenn man den Blick an der Stelle verschiebt und sich an diesen messbaren Faktoren festhält.
00:30:48: Also nicht so darauf guckt, was ist jetzt die perfekte Situation?
00:30:52: Sondern indem man eben mehr auf die Beziehung guckt... dass man eher guckt welche Momente gab es denn heute in denen mein Kind sich vielleicht gesehen gefühlt hat indem ich's ernst genommen hab getröstet und geliebt gefühlten?
00:31:06: das kann man ja auf instagram sogar nicht abbilden und das sieht man auch bei anderen nicht sondern das ist ja auch und jeder gestaltetes wie du gerade richtig gesagt hast ja auch individuell und persönlich.
00:31:17: Und darauf zu achten, welche kleinen nahen Momente hatte ich mit meinem Kind oder meinen Kindern?
00:31:24: Ich glaube so eine Fokusverschiebung die ist halt schon sehr entlastend weil man dann eben nicht so auf die perfekte Entscheidung guckt und die perfekt Situation.
00:31:35: also du meinst dass man einfach mal guckt was tut uns gut?
00:31:38: ja was tut es nicht gut?
00:31:39: wenn das was uns nicht gut tut eben gerade die selbstgebastelte, stundenlang selbst gebastelten Knete ist.
00:31:45: Ja!
00:31:46: Und die Kinder das eigentlich gar nicht so toll fanden und die Mutter danach komplett gestresst ist weil sie das alles noch aufräumen und wegräumen muss dann ist das etwas das tut euch nicht gut Dann lasst es einfach.
00:31:56: Also, so.
00:31:57: Genau und vielleicht ist es ja eher irgendwie abends zusammen die Serie, die man abends immer guckt vom Sandmännchen bis ich weiß nicht was als TV-Dinner zu sich nehmen, was vielleicht jetzt pädagogisch und ernährungstechnisch nicht das Allertollste isst.
00:32:14: aber wo eine wertvolle Situation entsteht... Wenn alle dabei glücklich sind?
00:32:18: Weil ich mich als Mutter oder Vater entspannen kann weil es schönes mit den Kindern auf dem Sofa zu kuscheln und alle sind gebannt von der Geschichte das kann doch ein ganz wertvoller Moment sein.
00:32:29: Und vielleicht war dann das Mittagessen dafür irgendwie reichhaltiger oder nicht so nebenbei, also ist ja auch das Gesamtpaket auf das man gucken
00:32:37: muss und am Ende ist es ja am wichtigsten dass alle... Also natürlich ist Erziehung wichtig und gesunde Ernährungs ist alles in gewissen Maße wichtig.
00:32:45: aber beim Wichtigsten ist, dass man ja als Familie irgendwie harmonisch zusammenlebt Und wie du sagst, eine gute Beziehung hat.
00:32:52: Die hat man nicht, wenn alle Parteien permanent von dem ganzen Druck, der von außen kommt gestresst ist, weil man immer nur denkt, man müsste irgendwas erfüllen und dann sind alle schlecht drauf.
00:33:03: Weil da muss man auch aufräumen, das muss ja ordentlich sein!
00:33:09: Da fällt mir grad ein ganz kleiner Schwenk ein.
00:33:10: letztens bin ich auf einer Seite gestoßen die heißt... Ich will sie jetzt auch gar nicht schlecht drehen.
00:33:16: Putzmarie oder irgendwie so was, die hat mich auf Dinge gebracht, die ich angeblich putzen soll!
00:33:21: Die hab' ich in meinem ganzen Leben noch nie geputzt.
00:33:23: Da denk ich, die wird einen Schlag kriegen, wenn die bei uns reinkommt.
00:33:26: und dann kamen die mit Sachen wie man müsste alle zwei Wochen seine Bettwäsche wechseln und Geschirrhandtücher am besten einmal pro Tag und so was.
00:33:33: Also muss ich mir für alles ein Timecode setzen, wenn ich hier meine Sache ... Na ja gut, kleiner Schwenk ist einfach sehr viel unabsichtlich Druck an der Stelle aufgebaut.
00:33:46: Wenn du sagst, intuitiv heißt es zum einen ja dass man guckt was einem gut tut und ich glaube was du auch in unserem Vorgespräch schon gesagt hast was ich auch sehr wichtig finde nochmal zu erwähnen das Kind oder die Kinder kriege nicht ständig ein Trauma nur weil man mal eine Woche Dino Nuggets gegessen hat genau und auch nicht weil man sie vielleicht doch mal laut geworden ist und vielleicht ist man hat einen schlechten Tag man ist zwei oder drei Mal laut geworden.
00:34:08: Man selbst hat ja auch Emotionen die mal raus müssen und ausmüssen glaub ich auch Korrigier mich.
00:34:13: Das müssen auch Kinder lernen, dass Mama keine Maschine ist die den ganzen Tag nur funktioniert und immer ... mit einem breiten, strahlenden Lächeln durch die Gegend läuft und es toll findet wenn die Bände mit Edding angemalt wurden.
00:34:24: Ja genau Kinder brauchen auch ein ehrliches Feedback das denke ich auch.
00:34:29: und man ist ja auch keine Mama oder Papa Schauspieler Figur also man spielt ja keine Rolle sondern man isst ja man selbst und dafür sind Kinder extrem sensibel wenn man ihnen nur was vorspielt.
00:34:40: sie wollen uns als echte Person haben und daran können sie lernen und ihre Persönlichkeit entwickeln.
00:34:47: Deswegen ist das, glaube ich schon wichtig.
00:34:50: Ja auch als die Person da zu sein und verlässlich zu sein, die man isst.
00:34:57: Ich fand halt dieses Wort Trauma so passend eigentlich weil es einem wirklich ja so vermittelt wird.
00:35:01: also gefühlt kriegt jedes kind ständig ein Trauma mal das echte Leben mitgekriegt hat, so nach dem Motto.
00:35:08: Also ich denke auch ... Es gibt eine Inflation dieses Trauma-Begriffs und damit entwertet man ja auch echte Traumata.
00:35:15: Absolut!
00:35:16: Das ist ja auch ein
00:35:17: Problem.
00:35:17: Echtes Traumatar ist nicht eine Woche, die nun noch geht's essen?
00:35:19: Nein, es
00:35:20: ist auch nicht wenn die Wohnung unaufgeräumt ist oder man nicht wie Putz Marie alles perfekt sauber hat.
00:35:26: Das ist eigentlich für Kinder ehrlich gesagt relativ egal.
00:35:29: Das machen wir für uns selbst und nicht für die Kinder.
00:35:33: An der Stelle fühlt euch nicht schlecht.
00:35:35: Ja,
00:35:36: absolut.
00:35:36: Wenn auch jemand schlechten Tag hattet und mal lauter geworden seid oder es nicht das perfekte Essen gab ... Oder vielleicht auch mal eine Stunde Fernsehen geguckt wurde?
00:35:44: Weil alle mal runterkommen mussten.
00:35:47: Genau!
00:35:48: Also bestimmt gibt's da auch seine Grenzen und das ist auch nicht gut aber...
00:35:51: Aber wir neigen dann immer dazu den Scheinwerfer auf so einer einzelne Situation zu werfen.
00:35:56: Und wenn ich vorher aber sechs Stunden im Wald war und mich ausgetobt habe, und dann die Stunde fernsehen genau das passende.
00:36:03: Also, man muss das Gesamtpaket ja
00:36:05: auch angucken?
00:36:06: Genau!
00:36:07: Da kommen wir auch ein bisschen direkt auf den nächsten Punkt, den ich mir noch notiert hatte nämlich dass du gesagt hast Das einzelne Kind steht heute sehr im Mittelpunkt Und es hörte sich so ein bisschen an als würdest du mir sagen wollen er steht zu sehr im mittelpunkt.
00:36:24: Ist das
00:36:24: so?!
00:36:26: Ja, ich glaube das hast du richtig rausgehört.
00:36:29: Also aber ich möchte jetzt noch mal vorweg sagen es ist natürlich eine total wichtige Errungenschaft der Gegenwart dass wir Kinder heute mit ihren Interessen mit ihren Bedürfnissen Erfahrung gefühlen mit all dem sehr ernst nehmen.
00:36:40: also genau da beginnt ja auch frühe Bildung wie ich vorher erklärt habe in dem was Kinder eben erfahren und dass man an ihren Interesse und bedürfnisse ansetzt.
00:36:52: Ja, auch ein individuelles Wesen.
00:36:54: Aber auch ein soziales Wesen und Kinder lernen eben in hohem Maße von anderen miteinander und durch andere.
00:37:01: also das Gegenüber ist ganz wichtig und sie müssen erfahren ja meine Bedürfnisse sind wichtig die werden von den Erwachsenen ernst genommen aber die bedürfnisse anderer sind eben auch wichtig.
00:37:13: ich darf etwas wollen aber manchmal muss sich eben warten manchmal muss ich auch was teilen manchmal muss Ich rücksicht nehmen und ich muss auch einen konflikt aushalten.
00:37:21: Das ist jetzt natürlich auch sehr altersabhängig, aber mit vier oder fünf gehört eben auch ein Konflikt dazu.
00:37:29: Da habe ich tatsächlich den Eindruck, dass es in den letzten Jahren manchmal so eine Überbetonung des Individuums gegeben hat.
00:37:37: Sicherlich aus guten Gründen auch als Gegenbewegungen zu früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten wo es andere Vorstellungen gab, in denen auf Kinder viel zu wenig gehört wurde.
00:37:47: aber es wäre eben jetzt wichtig ne gute Balance zu finden Aus einerseits Kinder als einzelne Person ernst nehmen Aber auch ihre soziales Verhalten und ihre Sozialität zu sterben.
00:38:00: Also sagst du auch, dass Kinder in den Kindergarten gehen ist extrem wichtig.
00:38:05: Oder?
00:38:06: Dass sie mit Gleichaltrigen zu tun
00:38:08: haben und das sich ... Wo auch immer?
00:38:09: ja.
00:38:10: Ja genau!
00:38:12: Und dass die eben auch Teil einer Gruppe sind und
00:38:17: sich da einordnen müssen.
00:38:19: Wohne
00:38:19: oder übel.
00:38:20: einordnen müssen.
00:38:21: Das klingt jetzt so nach Unterdrückung direkt, aber ich glaube es ist schon wichtig zu lernen dass man eben nicht immer der Bestimmer ist und das fällt glaube ich Eltern zunehmend schwer weil die Anforderungen auf die Kinder einzugehen gestiegen sind.
00:38:37: stichwort bedürfnisorientierte Erziehung.
00:38:41: und es geht aber eben um die Bedürfnisse aller Menschen Und die müssen miteinander in Einklang gebracht werden.
00:38:48: Dafür ist die Kita natürlich ein toller Lernort, weil das einzelne Kind jetzt zwar wichtig ist es aber auch Teil einer Gruppe ist.
00:38:55: und ja dort kann sie eben auch lernen miteinander zu leben dass man Absprachen trifft und sich dann auch an die hält, dass man
00:39:03: unterliegt.
00:39:03: Man ist auch glaube ich dazu, dass das Kind das am Anfang vielleicht nicht ganz so gut findet wenn es genau was machen muss?
00:39:10: Was ist vielleicht in dem Moment wo es noch nicht den Mehrwert sieht.
00:39:13: Ja, und das zeigt ja auch, dass das Kind eine Persönlichkeit entwickelt hat.
00:39:17: Das ist gut, dass sich nicht gleich in alles fügt aber das geht dann eben nicht ohne negative Gefühle ab.
00:39:23: Und das fällt uns glaube ich zunehmend schwer als Erwachsene, das auszuhalten?
00:39:30: Ich muss immer daran denken jetzt, wo du das sagst, dass ich meine Jungs aus der Kita abgeholt hab.
00:39:36: die haben da Mittagsschlaf gemacht.
00:39:40: Schlechte Laune war dafür wirklich kein Ausdruck.
00:39:42: Und ich war mal ein bisschen neidisch auf die Eltern, die da stundenlang dann noch sitzen konnten und wirklich warten konnten bis das Kind richtig wach ist.
00:39:50: Und bis es wieder gute Laune hat und bis es von selbst entschieden hat dass er sich jetzt die Schuhe anziehen möchte.
00:39:56: Ich war mit meinem Nervenkostüm eigentlich wenn ich da auch schlage schon am Ende weil ich war bis dahin ja nur bei der Arbeit.
00:40:02: Eine Arbeit macht
00:40:02: Spaß!
00:40:06: Hatte noch nichts gegessen an einem Punkt, wo ich gesagt habe das.
00:40:11: Ich würd gern aber ich schaff das jetzt nicht umzusetzen und ganz oft hab' ich sie mir dann ein links, einen rechts unteren Arm zum Auto.
00:40:20: Schreiend gefühlt!
00:40:21: Und man fühlt sich schlecht, aber im Endeffekt ist es ja auch eine andere Art des Zusammenlebens.
00:40:27: Das Zusammenleben funktioniert ja leider manchmal so dass man was machen muss oder die Zeit für etwas abläuft und dann ist es halt zu Ende.
00:40:34: also da ist es Zeit nach Hause zu gehen.
00:40:37: Ja, ich finde auch man muss dann Mittelweg finden und gucken dass das gemeinsame Leben nicht irgendwie untergeht in den individuellen Bedürfnissen von
00:40:48: Kindern.
00:40:49: Und gerade wenn auch Geschwisterkinder da sind, haben die ja oft auch unterschiedliche Interessen.
00:40:55: Du sprichst
00:40:55: ja aus Erfahrung?
00:40:56: Ich spreche aus Erfahrungen!
00:40:59: Deine Söhne sind,
00:41:00: hast du gesagt?
00:41:01: Genau.
00:41:06: Genau,
00:41:06: die
00:41:06: runterrechneten sie zwanzig
00:41:08: Monate auseinander.
00:41:09: Und die waren natürlich ... Die sind auch nah beieinander und wollten nicht immer das Gleiche.
00:41:18: Dann funktioniert es eben nur so, dass sich einer dann klein beigeibt am Ende oder dass man Kompromiss findet.
00:41:27: Aber in diesen Situationen entsteht ja auch sowas wie Gemeinschaft.
00:41:31: also ... Das klingt so negativ, aber wir schaffen das als Familie.
00:41:36: Wir sind eine Familie und finden eine Lösung.
00:41:40: für Kinder ist es enorm wichtig sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen die vielleicht auch miteinander ringt und hadert in Konfliktgerät.
00:41:51: Da gehört dann ja auch eine gewisse Traurigkeit bei den Kindern oder sage ich mal Frust dass man nicht ganz so geklappt hat wie man sich das als vierjähriger vorgestellt hat Auch dazu.
00:42:02: Und das ist ja auch eine Lernkurve, nehm ich an?
00:42:04: Absolut!
00:42:04: Und
00:42:05: da wären wir bei einem anderen wichtigen Schlagwort der Gegenworte nämlich dem Wort Resilienz also Widerstandsfähigkeit gegen solche widrigen Umstände vielleicht und Situationen die mir nicht so gefallen und Resilience erreiche aber nur über Frustration.
00:42:22: und indem ich frustrierende Situation bewältige und in dem ich lerne... Ich bin vielleicht gar nicht davon abhängig dass Mama mir jetzt Genau dieses Brot schmiert, oder Papa mir das und das mit mir spielt.
00:42:37: Oder Oma mir das kauft.
00:42:39: Davon bin ich nicht abhängig.
00:42:41: Und die Stärke von Kindern entsteht erst dann, wenn sie so was mal aushalten müssen.
00:42:47: Also auch wieder den Lernkurve?
00:42:49: Es gehört dazu!
00:42:52: Und mir ist das Thema eben auch deshalb so wichtig, weil darauf ja gesellschaftlicher Zusammenhalt auch fußt.
00:42:59: Also wenn wir nur Individualisten oder kleine Prinzen und Prinzessinnen haben dann funktioniert unsere Gesellschaft eben auch nicht.
00:43:08: Helen ich könnte noch zwei Stunden mit dir weiter quatschen.
00:43:11: Ich finde es aber so spannend und so interessant.
00:43:15: vielleicht ein anderes
00:43:15: Mal genau
00:43:17: Soll auch Podcast-Gäste geben, die wiederkommen.
00:43:20: Das gefällt
00:43:20: mir mal!
00:43:23: Ich wollte dich damit wir noch ein paar Tipps sammeln für unsere Hörerinnen und Hörern noch nach deinen Freizeit- und Ausflugstipps fragen.
00:43:34: Das haben wir gerade gehört.
00:43:35: deine Söhne haben unterschiedliche Altersgruppen.
00:43:38: das ist vielleicht gar nicht immer so einfach das passende zu finden.
00:43:41: wo geht ihr hin wenn ihr als Familie Was unternehmen wollt?
00:43:44: oder du mit deinen Kindern?
00:43:45: Oder was macht vielleicht auch nur den Spaß, du musst ja gar nicht mehr dabei sein.
00:43:48: Ich glaube das ist inzwischen der Regelfall!
00:43:52: Aber vielleicht als ganz konkreten Tipp ich war vor ein paar Wochen mit meinem jüngsten Sohn im historischen Museum.
00:44:01: da ist nämlich im Moment eine Ausstellung zum Thema Familie zu sehen und das Tolle an der Ausstellung ist, dass es als Familien Sache heißt die glaube ich.
00:44:11: Und das tolle an dieser Ausstellung der so ein Bielefeldbezug hat.
00:44:17: Also man sieht Orte, die man hier aus dem Alltagsbild kennt und es geht nicht so abstrakt um die Geschichte der Familie sondern um verschiedene Personen-Ereignisse und auch Objekte die sehr schön ausgewählt sind, die Bielefelderfamiliengeschichte zeigen.
00:44:37: also zum Beispiel habe ich gelernt dass in Bielefield das älteste Jugendzentrum Deutschlands oder das Jugendzentrum Deutschlands, also das Jugend-Zentrum Kamp war das Erste in Deutschland gegründet wurde.
00:44:50: Oder wie in den neunziger Jahren der Christopher Street Day in Bielefeld etabliert wurde?
00:44:55: Also total spannende Themen... Das wusste ich auch nicht!
00:44:58: Genau Dinge die man nicht so wusste, die man da erfahren kann und meinen Sohn und ich haben uns das sehr intensiv angeguckt und es hat so gut gefallen dass sich mit meinen Studierenden letzte Woche sogar da war.
00:45:11: Und ich glaube die waren.
00:45:14: Ich kann die Ausstellung sehr empfehlen.
00:45:15: Geht noch bis Juli.
00:45:17: Klingt gut, hatte ich nicht so oft im Schirm muss ich sagen.
00:45:20: Die Ausstellung an sich schon aber nicht, dass der Saison einen konkreten Bielefeld bezogen hat.
00:45:24: Das ist immer schön, wenn man da optisch was wieder erkennt.
00:45:28: Man denkt anders
00:45:28: interessant.
00:45:29: Von da stammt das und man kann Dinge neu einordnen.
00:45:33: Voll gut!
00:45:33: Ich kann mal gerade nachgucken... Die Ausstellung heißt, Familiensache leben zwischen Ideal und Alltag.
00:45:43: Und die geht noch bis Sonntag den vierzehnten Sechsten.
00:45:45: Also da ist noch ein bisschen Zeit.
00:45:48: Kann man doch reden?
00:45:49: Genau.
00:45:49: Prima!
00:45:50: Was treibt ihr sonst so als Familie zusammen?
00:45:53: Seid ihr viel draußen unterwegs oder viel in Museen?
00:45:55: Kann ja auch sein...
00:45:56: Ja wir gehen auch mal ins Museum aber unsere große Leidenschaft ist schon das gemeinsame Kochen- und Essen.
00:46:02: Das ist schon unser Thema.
00:46:04: Cool Wir essen gerne zusammen, wir kochen gerne zusammen.
00:46:07: Sitzen zusammen.
00:46:09: Genau!
00:46:09: Also nicht so draußen.
00:46:13: Was man auch draußen ist?
00:46:14: Ja,
00:46:14: immer können aufgrillen das tun wir schon auch.
00:46:16: aber...
00:46:17: Auch Essen gehen oder dann wirklich zu Hause selbst?
00:46:20: Schon
00:46:20: viel selber kochen.
00:46:21: also die Männer meiner Familie insbesondere sind alle sehr Kochaffin.
00:46:26: Das gut
00:46:26: finde ich auch.
00:46:28: Man lässt dich gern bekocht
00:46:30: und vor allem wenn es so gut schmeckt.
00:46:32: Prima Ich glaube, wir haben jetzt wirklich viel heute hier abgearbeitet.
00:46:38: Ich hab jetzt noch eine philosophische Abschlussfrage für dich.
00:46:44: Wenn du dich entscheiden müsstest ein Leben mit oder ohne Social Media?
00:46:47: Es gibt keinen Zwischenweg.
00:46:48: Oha!
00:46:49: Was wäre für Familien, Mütter, Kinder
00:46:52: besser?
00:46:53: Ja das ist natürlich schwierig weil irgendwie kann der Zwischen Weg ja eigentlich starken sein aber... Ach, ich glaube, wenn man trotzdem im Internet Sachen recherchieren dürfte.
00:47:03: Zum Beispiel, wann die Familienausstellung geöffnet hat oder so ... Dann wäre ich eher dafür drauf zu verzichten.
00:47:10: Ich glaube es belastet einen vielleicht am Ende mehr und raubt einem vor allem mehr Zeit als ...
00:47:16: Das stimmt ja.
00:47:17: Darüber haben wir gar nicht gesprochen.
00:47:18: Lieber nicht!
00:47:19: Ja, darüber reden bei gar nicht erst.
00:47:20: Also insofern ... ich glaube lieber ohne.
00:47:24: Und wenn du's ganz genau nimmst wärs aber der ... Der Mittelweg.
00:47:27: Natürlich
00:47:27: wäre es der Mittelweg,
00:47:29: so wie
00:47:29: du gesagt hast.
00:47:30: Also wohl ausgewählte Accounts und immer mal ein bisschen gucken... Es ist ja kein Teufelszeug!
00:47:38: Nein nicht wirklich, nicht wirklich.
00:47:41: Helen das hat mir super viel Spaß gemacht.
00:47:44: Wie gesagt vielleicht hören wir uns hier an anderer Stelle noch einmal.
00:47:49: Du hast auch immer wieder spannende Projekte und Forschung also vielleicht kommt da nochmal was zu uns passt?
00:47:56: Ich sage ganz vielen lieben Dank, dass du da warst und bis zum nächsten Mal hoffentlich.
00:48:01: Und ich habe jetzt für euch noch ein paar Veranstaltungstipps.
00:48:05: Helm!
00:48:06: Danke schön.
00:48:07: Vielen dank auch für die Einladung und für das schöne Gespräch Jule.
Neuer Kommentar